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Opusculum 209 – Zivilgesellschaft in Deutschland 2026

Bereich: Studien

Die Zivilgesellschaft in Deutschland bleibt trotz zahlreicher Herausforderungen wie einem stärker werdenden Ökonomisierungsdruck und zunehmendem Wettbewerb um Mittel ein widerstandsfähiger, dynamischer und anpassungsfähiger Teil der Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Bericht der Maecenata Stiftung.

Mithilfe eines Scoping Review-Designs werden zentrale quantitative und qualitative Studien zum Zustand der deutschen Zivilgesellschaft zusammengeführt: Zu ihrem Handlungsspielraum und ihrer Verfasstheit, ihren Herausforderungen sowie zu ihren Ressourcen, insbesondere Finanzierung und bürgerschaftlichem Engagement.

Laut der neuesten Zahlen gibt es allein 628.992 Vereine in Deutschland. Der Bericht bestätigt zudem, dass sich der Sektor nach der Covid-19-Pandemie rasch erholt hat und Organisationen zunehmend auf neue Kooperations- und Finanzierungsmodelle wie Joint Ventures, Fiscal Hostings oder Matching Funds setzen, um ihre Resilienz aktiv zu stärken. Dass die Zivilgesellschaft bislang widerstandsfähig geblieben ist, ist kein Automatismus, sondern Ergebnis vielfältiger Anstrengungen, breiter gesellschaftlicher Rückendeckung und neuer Kooperationsformen. Damit dies so bleibt, brauche es jetzt einen wirksamen Schutz des zivilgesellschaftlichen Handlungsraums.

Diese Widerstandsfähigkeit wird derzeit auf eine harte Probe gestellt: Seit der Kleinen Anfrage „Politische Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ (sog. 551-Fragen) der CDU/CSU-Fraktion vom Februar 2025 ist ein Anti-NGO-Diskurs entstanden, in dessen Rahmen zivilgesellschaftliche Organisationen umfassend diffamiert und angegriffen werden. Delegitimierende Kleine Anfragen haben sich 2025 bundesweit nahezu verdoppelt und in einzelnen Bundesländern bis zu verneunfacht.