Wie können junge Männer erreicht werden?
Junge Männer stoßen online zunehmend auf rechtsextreme Inhalte und Narrative. Wie funktioniert diese digitale Ansprache? Und wie können progressive Akteure junge Männer besser erreichen und mit ihnen ins Gespräch kommen?
Eine neue Studie zur „Manosphere“ untersucht diese Frage. Sie analysiert Akteure, Netzwerke und Strategien von 90 rechtsextremen und 60 progressiven Influencern aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien, die gezielt junge Männer ansprechen.
Ergebnis: Rechtsextreme Influencer setzen auf persönliche Interessen wie Fitness, Gaming oder Dating und greifen reale Probleme wie Finanzen, Arbeit und Wohnen auf. „Sie schaffen eine kollektive Identität und vermitteln Zugehörigkeit“, heißt es in der Studie. Progressive Influencer hingegen beginnen oft mit politischen Themen und Aktivismus – ein Ansatz, der offenbar bei jungen Frauen besser ankommt.
Die Studie empfiehlt eine andere Taktik bei der Ansprache junger Männer: „Man muss sie dort abholen, wo sie stehen, und über Politik später sprechen.“ Zudem wird auf einen klaren Unterschied im Wahlverhalten hingewiesen: 21 Prozent der männlichen Wähler zwischen 16 und 29 Jahren stimmten für rechtsextreme Parteien, während nur 14 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe dasselbe taten.
