Der Ruf nach einem „muslimischen Wohlfahrtsverband“ ist in Politik und Öffentlichkeit laut – doch wird dabei oft übersehen, wie komplex und vielfältig die muslimische Zivilgesellschaft in Deutschland tatsächlich ist. Während etablierte Verbände oft als erste Ansprechstelle gehandelt werden, offenbart ein genauer Blick: Viele dieser Strukturen sind wenig anschlussfähig für moderne Soziale Arbeit, bürokratisch überlastet – und für junge, gut ausgebildete Akteur:innen kaum noch attraktiv.
Engin Karahan widmet sich in diesem dritten Teil der Reihe einem kritischen und zugleich zukunftsorientierten Blick auf muslimische Verbandsstrukturen. Warum verlieren große Organisationen den Anschluss? Was treibt junge, postmigrantische Fachakteur:innen dazu, eigene Wege zu gehen – jenseits der traditionellen Verbände? Und wie kann es gelingen, diese neuen Impulse institutionell stärker zu verankern?
Ein besonderer Fokus liegt auf der Dynamik eines „Brain Drain“ innerhalb der Zivilgesellschaft: Statt sich in etablierte Trägerstrukturen einzubringen, entscheiden sich viele junge Engagierte und Professionelle für die Gründung eigener Initiativen – mit hoher Innovationskraft, aber oft geringer institutioneller Sichtbarkeit.
23. September 2026
12-14 Uhr
Fachstelle Extremismusdistanzierung
